Was für ein Alb-Traum!

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Nachdem mit dem Hermannslauf der Einstieg in die Wettkampfsaison so gut geklappt hatte, war ich am Freitag Abend ungewöhnlich locker. Und das, obwohl ich wusste, was mich beim Trailmarathon in Lichtenstein erwarten würde: Die erste Hälfte der Strecke bin ich bereit zwei Mal gelaufen, den zweiten Teilabschnitt hatte ich erst letztens testen können. Aber es würde ja nur ein Trainingslauf für den UTLW bzw. Zugspitz Supertrail werden, das Wetter würde grandios werden und ein Marathon, der nur 45 Minuten von daheim entfernt ist, zählt ja sowieso nicht so wirklich. Als dann am Freitag Abend über Facebook Teilnehmer des Trailcamps jedoch verkündeten, dass die Strecke auf 49,5 Kilometer verlängert worden sei, um Brutgebiete zu umgehen, wurde ich aber doch leicht nervös. Ich wollte einen Marathon als Ultravorbereitung laufen und keinen Ultra als Ultravorbereitung. Aber okay, hier in Stuttgart werden Milliardenprojekte wegen ein paar Käfer komplett umgeplant, dann werde ich für ein paar komische Vögel auch einige Kilometer mehr laufen können.

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Auch am Start, wo ich Bibi und Jörn traf, war noch die Rede von „knapp 50 Kilometern“. Um es kurz zu machen: Es waren am Ende 45,3 Kilometer. Da hätte ich mir am Start etwas mehr Klarheit gewünscht. Irgendwer sollte doch wissen, wie lang die Strecke wirklich ist und vor allem die Läufer sollte Klarheit haben, was ihnen bevorsteht.

Um Punkt 10 ging es jedenfalls bei bestem Sommerwetter los. Die schnellen Jungs vorneweg, ich im Pulk hinterher, fest entschlossen, jeden Anstieg zu gehen und vor allem meine Stöcke ausgiebig zu testen, da ich hier kaum Gelegenheit dazu habe. Da ich mir bei einem finalen Test, die Stöcke während des Laufens im Rucksack zu verstauen, beinahe die Schulter ausgekugelt hatte, trug ich sie gleich am Start in der Hand, da ich wusste, dass es bald bergauf gehen würde. Denn wie es sich für einen ordentlichen Traillauf gehört, ging es rauf oder runter. Ebene Abschnitte waren eine Rarität.

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Man sieht im Profil sehr schön, dass nach ca. 7 Kilometern die erste richtige Downhillpassage kommt. Ich war gut unterwegs, hatte einen Läufer ca. 20 Meter vor mir, einen anderen 20 Meter hinter mir. Und eine hochstehende Wurzel direkt unter mir. Und im nächsten Augenblick rutschte ich ich schon bäuchlings noch ca. 30 Zentimeter über den Waldboden bevor ich platt auf dem Singletrail lag. Ich war vor allem überrascht, rappelte mich auf und sortierte mich: Anscheinend alles noch dran. Kleine Schramme an der linken Hand, kleine Schramme am rechten Knie und eine nicht ganz so kleine Schürfwunde am rechten Unterarm. Mein Hintermann erkundigte sich kurz nach meinem Wohlbefinden und wir liefen gemeinsam weiter. Die nächsten drei adrenalingeschwängerten Kilometern waren ein Traum! Ich überlegte kurz, ob ich das Missgeschick am Arm einfach ignorieren sollte, entschied aber dagegen. Der Tag würde noch lang werden und es gibt wahrscheinlich bessere Ideen, als stundenlang mit einer schmutzigen Wunde durch den Wald zu laufen. Also stoppte ich am nächsten Sanitätsposten und ließ den Arm säubern. Meine Befürchtung, das würde lange dauern, erwies sich als unbegründet. Die beiden Sanitäter kippten mir auf der Straße irgendeinen Flascheninhalt drüber, reinigten die Wunde, bestaunten sie kurz und fragten mich halbherzig, ob ich evtl. einen Verband möchte. Natürlich nicht, dann sieht es doch niemand!

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Es folgte der mühsame Aufstieg zum Schloss Lichtenstein. Die Adrenalinflut verebbte leider schnell und es wurde ziemlich anstrengend bis bei ca. Kilometer 17 die erste Verpflegungsstelle kam. Dort traf ich nicht nur Jörn, der sich entschlossen hatte, nach der Hälfte der Strecke Feierabend zu machen, sondern auch Frank, den ich vor ein paar Wochen auf der Salomon Veranstaltung in den Wagenhallen kennengelernt hatte. Auch er wollte wie ich den kompletten Marathon oder Ultra bewältigen. Als Dreierpack liefen wir zurück Richtung Unterhausen, wo sich Jörn von uns verabschiedete und Frank und ich die zweite Hälfte in Angriff nahmen, ohne zu wissen, wie lang sie wirklich sein würde.

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Es war so ca. bei Kilometer 27, als ich Frank ziehen ließ, weil ich ziemlich platt war. Bis ins Ziel nahm er mir bei seiner Ultrapremiere satte 40 Minuten ab. Und während er es laufen ließ, machte ich einen Wandertag. Mit meinen Stöcken hatte ich mittlerweile Freundschaft geschlossen und benutzte sie bergauf und bergab und sagte mir immer wieder, dass das ganze nur ein Trainingslauf ist. Zwischendurch lief ich natürlich auch hin und wieder, aber die Kilometerzeiten sprechen Bände. Und doch erreichte ich mein Ziel. Nicht nur das auf dem Sportgelände Berg, wo ich nach wenig ruhmreichen 6:44 einlief, sondern das Ziel, mich für den UTLW und den ZST vorzubereiten. Denn zwischendurch war ich so platt, dass ich die Anstiege kaum noch geschafft habe und sogar kurze Verschnaufpausen einlegen musste. Verschnaufpausen vom Gehen wohlgemerkt! Aber knapp sieben Stunden in Bewegung war ich auch nie bei einem Wettbewerb. Deshalb denke ich, dass der Trailmarathon als Trainingseinheit deutlich effizienter war als ein langer Lauf über vier Stunden.

Und so platt ich während des Laufs auch war: Gegen Ende wurde es wieder besser und danach ging es mir prima. Am Tag drauf konnte ich problemlos mit den Kinder Fußball spielen und heute gingen 13 Kilometer in 6er Pace auch ganz gut. Trotzdem habe ich etwas Bammel vor dem Ultra Trail Lamer Winkel in drei Wochen. Zusätzliche 8 Kilometer und knapp 1.000 Höhenmeter in schwierigerem Gelände sind dann gefordert.

Fazit: Eine tolle Veranstaltung, die das Trail Magazin auf die Beine gestellt hat, Orga, Verpflegung und Streckenmarkierung war top. Nur das mit der Streckenlänge war etwas unglücklich.

FCK WSN. Aber die Bilder behalte ich.

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Dirndl und Lederhosen soweit das Auge reicht, vollgekotzte Stadtbahnen und knapp 10 Euro für die Maß. Der Cannstatter Wasen kommt nicht bei allen gut an. Und mag das Münchener Oktoberfest auch noch etwas größer sein, so haben wir hier in Stuttgart gleich zwei Mal pro Jahr das Vergnügen. Das Frühlingsfest ist eine Nummer kleiner als das Volksfest im Herbst, bringt aber die gleichen unangenehmen Begleitumstände mit sich: Trachtenbratzen aus den Vororten und Erbrochenes im öffentlichen Personennahverkehr.

Aber für die Kinder ist es natürlich ein echtes Erlebnis und deswegen geht’s immer am Familientag einmal über den Wasen: Kettenkarussell, Pommes, Geisterbahn, Enten angeln, Riesenrutsche, Kinderkarussell und wieder nach Hause, bevor die ersten Bierzombies aus den Festzelten fallen. Gestern war es wieder soweit: Kindertag!

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Normalerweise bin ich nicht dabei, weil ich ja leider arbeiten muss, aber da wir uns gestern eine Wohnung in Gaisburg angeguckt haben (war leider nix: Innenliegendes, winziges, altes Bad, keine separate Toilette. Beste Voraussetzung also für allmorgendlichen Stress), gingen wir danach wieder auf den Wasen, wo meine Frau die Kinder bei Ihren Schwestern geparkt hatte.

Viel los war nicht. Wahrscheinlich hatten sich die meisten von der schlechten Wetterprognose abschrecken lassen. Unser Glück. Keine Schlangen, viel Platz und teilweise sogar Sonnenschein. Ich hatte mir die Mühe gemacht und die DSLR mitgenommen, weil ich es da unten aus optischer Sicht immer wahnsinnig spannend finde. Es ist zu grell, es ist zu bunt, es ist zu gesättigt. Visueller Overflow. Aber leider geil. Gestern gab es dann zu Belohnung noch gutes Licht: Ständig wechselnde Verhältnisse wegen der schnell ziehenden Wolken, harte Kontraste und die allgegenwärtigen grellen Farben. Ich mag ohnehin diesen leicht morbiden Charme der Fahrgeschäfte und Buden. Und so bin ich etwas stolz. Nicht, weil ich mich gestern auf die Riesenrutsche getraut habe, sondern weil ich endlich mal wieder ein paar Bilder zeigen kann.

Übrigens: Das Grafitti, das oben zu sehen ist, prangte direkt am Durchgang zum Festplatz. Deswegen gab es auch etwas Ärger und anschließend ein Update.

Heimspiel unterm Hermann.

Ich denke, jeder Läufer hat „seinen“ Lauf. Der Termin, der als erster fix im neuen Kalender notiert ist. Die Veranstaltung, bei der man sich einfach wohl fühlt. Für mich war das irgendwie nie der Stuttgartlauf. Trotz Erreichbarkeit per Fahrrad und Einlauf im Stadion. Und trotz der Tatsache, dass ich schon zig mal mitgelaufen bin.

Dann schon eher der Nikolauslauf in Tübingen. Aber eigentlich ist mein Lauf der Hermannslauf. Und das, obwohl ich 2016 „erst“ zum fünften Mal dabei war.

Als ich noch in Ostwestfalen-Lippe (OWL) lebte, bin ich nicht gelaufen. Deshalb war der Hermannslauf für mich eine Veranstaltung, die mich nie großartig interessierte, die aber trotzdem jeder kannte. Kein Wunder: Schließlich gibt es den Lauf seit den frühen 70er Jahren und wenn ein paar Tausend Läufer durch den Teutoburger Wald schnaufen, herrscht Volksfest-Stimmung in OWL. Als mich dann Mitte der Nuller-Jahre die große Lauf-Euphorie packte, meldete ich mich nicht nur in Freiburg an, um meinen ersten Marathon zu laufen, sondern auch gleich beim Hermannslauf, der immer am letzten Sonntag im April stattfindet. Wer 42 Kilometer läuft, der sollte schließlich auch 31,1 locker schaffen. Um es kurz zu machen: Marathon-Debüt war erfolgreich, aber am nächsten Tag tat mein Fuß höllisch weh. Ich lief drei Wochen gar nicht und machte meinen ersten Lauf nach dem Marathon vom Hermannsdenkmal zur Sparrenburg. Bei bestem Wetter lief ich beschwerdefrei nach 3:12 ins Ziel – und war geflasht. Der Hermann und ich: Es war Liebe auf den ersten Blick. Kein Wunder also, dass wir auch 2016 die gut 1.000 Kilometer Autobahn für ein Wochenende in OWL gerne in Kauf nahmen. Die Kinder bekamen Opa-Zeit und ich ein weiteres Rendevouz mit Hermann.

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Hermann, wir kommen! Gute Stimmung auch auf den billigen Plätzen.

Aus meiner Sicht gibt es mehrere Dinge, die den Lauf besonders machen. Zum einen ist da natürlich die Strecke durch den Teutoburger Wald mit ihrem welligen Profil und den unzähligen Untergründen: Waldboden, Forststraßen, Sennesand, Schotter, Kopfsteinpflaster, Asphalt, Treppenstufen sind im Angebot. Das nächste Alleinstellungsmerkmal ist die Logistik: Es gibt drei Hotspots. Das Gymnasium am Waldhof, in dem man seine Startunterlagen abholt und von dem aus die Busse starten (dazu später mehr). Das Hermannsdenkmal in der Nähe von Detmold, von dem aus gestartet wird. Und schließlich die Bielefelder Sparrenburg, an der sich das Ziel befindet.

Da Start und Ziel gut 30 Kilometer voneinander entfernt liegen, müssen über 7.000 Läufer am Sonntagmorgen also erstmal von Bielefeld zum Hermannsdenkmal gekarrt werden. Eine logistische Meisterleistung und ein echtes Schauspiel, wenn die Straße voller Läufer und Busse ist. Aber mit der Erfahrung aus 45 Jahren und den typisch deutschen Skills im Schlangestehen klappt es tatsächlich. Wenn man Glück hat, erwischt meinen der wenigen 5-Sterne-Cruiser. Aber in der Regel landet man in einem der zweckentfremdeten Linienbusse.

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Und so saß ich in bester Gesellschaft in einem Bus zwischen Laufbuddy Claudi sowie Chris und Dominik, mit denen wir uns an der Schule getroffen hatten. Auch die die knapp 45 Minuten Fahrt zum Hermann sind immer ein Highlight. Es riecht nach Latschenkiefer, Bananen, Adrenalin und einem Hauch von Angst. Kein Wunder, denn unter den 7.100 Startern waren diesmal 3.000 Debütanten. Auch die Gespräche, die man aufschnappt, sind sehr amüsant. Egal, ob Veteranen sich zu erinnern versuchen, ob sie zum 27. oder 28. Mal mitlaufen oder Ersttäter akribisch ihr Rennen planen. Mein Highlight diesmal waren die Läufer hinter mir, die ihr Inventar sortierten. „Ich habe 5 Gels und 2 Riegel dabei“. Ich hätte mich fast an meiner Banane verschluckt, die meinen ganzen Proviant darstellte.

Die dritte Besonderheit des Hermannslaufs ist die Kleiderbeutel-Logistik. Man fährt mit seinem Kleiderbeutel zum Hermannsdenkmal und gibt ihn dort ab, damit er ins Ziel zur Sparrenburg transportiert wird. Offiziell ist der letzte Zeitpunkt für die Abgabe der Beutel 10:30. Der erste Start ist allerdings erst um 11 Uhr, die letzte Gruppe startet sogar erst 15 Minuten später. Das bedeutet, dass man mindestens 30 Minuten im Renn-Outfit rumsteht. Aufgrund der suboptimalen Wetterprognose hatte ich mir deshalb zum ersten Mal einen Wegwerfoberteil mitgenommen. Trotzdem war ich leicht geschockt, als nach dem Aussteigen aus dem Bus ein paar Schneeflocken auf uns herab rieselten.

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Coole Brillen und fancy Sweater. Bild: www.schluppenchris.de

Kurz vor 11 verabschiedeten wir uns von Chris und Dominik, die aus B bzw. C starteten und sortierten uns in Block A ein. Ich hatte mir dieses Privileg durch meine Zeit vom letzten Jahr erworben und Claudis Marathonzeit vom Bienwald (3:37) reichte locker, um sie am Samstag „hochstempeln“ zu lassen. Denn, und das ist Besonderheit 4: Beim Hermannslauf wird am Block-Eingang schärfer kontrolliert als an einer Clubtür am Samstag Abend. Das ist manchmal nervig, aber auf der schmalen Strecke ist es unerlässlich, dass sich jeder seinem Niveau entsprechend einsortiert.

Ich muss gestehen: Ich hatte mir Block A cooler vorgestellt. Und kleiner. Und schneller! Aber statt spindeldürrer, sehniger Überflieger standen da überwiegend ganz normale Menschen. So wie ich. Nur etwas schlanker. Völlig enttäuschend. Pünktlich um 11 Uhr ging es dann los. Nach ein paar Metern Richtung Denkmal biegt man in den Wald ab, um auf 3 Kilometer 150 negative Höhenmeter zu machen. Es ist traditionell zu voll und es geht mir traditionell zu langsam voran. Zu langsam? Achja, das Zeitziel.

Kurzer Einschub:
Nach meinen 3:12 im Jahr 2007 folgte eine Babypause bevor ich 2010 Claudi bei ihrem ersten Hermann – und damit der längsten Distanz, die sie je gelaufen war – begleitete. Das dauerte stattliche 3:46h. Nach der ersten Euphorie, es geschafft zu haben, war sie mit der Zeit nicht mehr so recht zufrieden und wir traten 2011 erneut an, um die 3:30 zu knacken. Ins Ziel kamen wir nach 3:05h. Funfact: Mit Forerunner 305 (links) und Gipsarm (rechts). Zum Glück war und bin ich Linkshänder.

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Mit Banner, ohne Bart. 2011 war die Welt noch in Ordnung.

Letztes Jahr lief ich mit Jens den Hermann und hatte mir das Ziel gesetzt, die 3h-Marke zu knacken, denn unter Hardlinern gilt ein Hermann nur als gelaufen, wenn man es unter drei Stunden geschafft hat. Alles andere ist „gewandert“. Ich startete letztes Jahr relativ planlos und wusste nicht mal, welche Pace ich für die Sub3 benötige. Die Konsequenz: Ich kam mit knapp 2:35 ins Ziel.

Deswegen hatte ich ganz entgegen meiner normalen Gewohnheiten für dieses Jahr ein ambitioniertes Ziel ausgegeben: 2:29. Allerdings wurde mir am Samstag auch bewusst, dass der Hermannslauf ein Ereignis ist, das ich genießen möchte und auf das ich mich nie gezielt vorbereitet habe. Auch in diesem Jahr ist der Hermann der Auftakt von immer länger und härter werdenden Wettbewerben, die ihren Höhepunkt dann im Juni im Zugspitz Supertrail finden. Egal, zurück auf die Strecke.

Die normalen schlanken Menschen liefen viel zu langsam bergab. Gefühlte 6:30 min/km. Ich bin alles andere als ein Downhill-Monster, aber ehe ich mich versah, lief ich, wann immer es ging, links auf der Überholspur leicht abseits der Strecke an so vielen Läufern wie möglich vorbei. Strava sagt: Der erste Kilometer dauerte 5:08 Minuten. Die nächsten beiden im Überholmodus dann 4:18 bzw. 4:26.

Den ersten „Berg“ bei Kilometer 7 hatte ich etwas kürzer in Erinnerung, aber ich kam trotzdem gut drüber: Ehberg in 5:40 und 6:01 sagt Strava. Überhaupt merkte ich, dass sich mein aktuelles Training mit vielen Höhenmetern auszahlt. Bergauf und bergab war ich deutlich zügiger unterwegs als das Gros der Läufer; auf der Ebene war ich etwas langsamer. Aber zum Glück gibt es beim Hermannslauf kaum ebene Abschnitte.

Auf jeden Fall war ich gut unterwegs. Und es war so wie es sein sollte: Die Kilometer flogen dahin. Auf der Panzerbrücke kurz vor Kilometer 10 kurzes Meet & Greet mit der Family, dann bei Kilometer 15 der steilste Anstieg in Person des Tönsbergs. Und murmelte ich seinen Namen vor ein paar Jahren noch in Ehrfurcht, schnaufte ich ihn diesmal in einer 5:30er Pace hoch – vorbei an dem überwiegend gehenden Feld. Bergtraining, ich liebe dich!

Nach dem Tönsberg geht es runter nach Oerlinghausen. Wieder drei Kilometer mit gut 120 negativen Höhenmetern auf Asphalt und Kopfsteinpflaster. Da kann man richtig Gas geben. Es sei denn, man steckt auf einmal mitten in einem Schneesturm! Es war unfassbar. Oerlinghausen ist der einzige Ort, durch den der Hermannslauf führt. Die Stimmung dort bewegt sich deshalb irgendwo zwischen Alpe d‘ Huez und Oktoberfest. Noch spektakulärer ist es allerdings, wenn man Ende April im Schneetreiben durch das enge Spalier der Zuschauer läuft, denen das Wetter anscheinend ähnlich egal war wie uns Läufern.

Allerdings merkte ich auch relativ schnell, dass ich die Messlatte letztes Jahr unerwartet hoch gelegt hatte. Denn die Hoffnung, eine Zeit unter 2:30 locker aus dem Fuß schütteln zu können, hatte nicht allzu lang Bestand. Ehrlicherweise hatte ich auch schon die Hoffnung aufgegeben, meine Zeit von 2015 zu knacken. Doch ca. vier Kilometer vor dem Ziel sah ich auf meiner Uhr die Durchschnitts-Pace von 5:05 km/min. Und ich wusste, dass es letztes Jahr am Ende 5:04 km/min. waren. Also beschwor ich nochmal meinen inneren Hermann: 4:52, 4:36, 4:43 und 4:33 brauchte ich für die letzten vier, abschüssigen Kilometer und kam nach offiziellen 2:33:43 ins Ziel – und damit eine Minute und 9 Sekunden schneller als im vergangenen Jahr. Bei Kilometer 30 wurden wir nochmals von einem Hagel-/Schneeschauer überrascht und ich habe mich extra beeilt, um ein Unwetter-Zielfoto zu bekommen. Aber als ich an der Sparrenburg ankam, schien schon wieder die Sonne – verdammt!

Der Herr im Vordergrund ist übrigens drei Stunden vor mir gestartet – hoffe ich zumindest. Bild: Ingo Löhdorf | www.laufpix.de

Der Herr im Vordergrund ist übrigens drei Stunden vor mir gestartet – hoffe ich zumindest. Bild: Ingo Löhdorf | www.laufpix.de

Die sub 2:30 habe ich damit deutlich verpasst. Aber eine PB gesetzt und mit Platz 614 bei 7.100 Startern gehöre ich zu den Top 10% des Feldes, was mich ziemlich glücklich macht. Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr mit der 2:29. Ich werde auf jeden Fall versuchen, wieder dabei zu sein und kann nur jedem empfehlen, den Hermannslauf zu erleben. Die Strecke ist nicht zu kurz und nicht zu lang. Es gibt wenig Asphalt, aber auch keine echten Trails. Das Profil ist wellig, aber komplett laufbar. Ach, es ist einfach perfekt! Die Anmeldung für 2017 startet Anfang Januar. Allerdings muss man sich den Wecker stellen: Die 7.000 Startplätze waren in weniger als vier Stunden weg.

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Medaille fest und Medaille flüssig.

Fazit:
Ein perfekter Auftakt in die Wettkampfsaison 2016. Bestzeit geknackt, Chris und Dominik kennen gelernt und eine Menge Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben gewonnen. Next Stop: Trailmarathon Lichtenstein. 43 km, 2.000 hm.

Geile Trails, breite Ärsche & scharfe Fotos.

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Also, wenn die Headline keinen Suchmaschinen-Traffic bringt, weiß ich es auch nicht. Doch worum geht’s? Ich war mal wieder in Lichtenstein. Ich bin zwar nach wie vor ein Trail-Noob, aber trotzdem schon ein LSR-Veteran. Letztes Jahr im Mai mein erster echter Trailrun überhaupt und dieses Jahr bereits der Trainingslauf auf der ersten Hälfte des Marathons, der am 7. Mai stattfindet. Natürlich wollte ich auch wissen, was mich auf der zweiten Hälfte erwartet.

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Bild: Trail Magazin

Vor dem Start um 11 Uhr hatte ich noch einiges zu erledigen (Eingelagerte Sommerreifen beim bisherigen Reifenservice abholen und beim neuen abgeben plus Tochter zum Kindergeburtstag bringen). Dummerweise klappte das aber überraschenderweise alles so dermaßen reibungslos, dass ich viel zu früh fertig war. Zum Glück konnte ich Claudi und Jens etwas früher einsammeln und auf ging’s Richtung Schwäbisch Alb.

Auf dem Sportgelände Berg hatten sich wieder ca. 50 der üblichen Verdächtigen eingefunden und nach einem hübschen Gruppenbild ging es los. Zuerst ca. zwei Kilometer als große Gruppe bis zum eigentlichen Start der zweiten Hälfte der Marathonstrecke. Zur Strecke selbst gibt es jetzt gar nich so viel zu sagen: Es waren wieder tolle, abwechslungsreiche Trails. Insgesamt kam mir dieser zweite Teil harmonischer vor. Richtig giftige Anstiege waren eher selten. Aber auch so war es eine echte Herausforderung und ich möchte mir eigentlich noch nicht vorstellen, beide Teilstücke hintereinander zu laufen. Jedoch habe ich festgestellt, dass ein hechelnder Hund auf Kniekehlenhöhe sehr motivierend wirkt. Selbst, wenn man genau weiß, dass es sich um einen sehr liebenswerten Traildog handelt.

Bild: Trail Magazin

Bild: Trail Magazin

Wisst Ihr, was mich beim Trailrunning immer wieder am meisten beeindruckt? Nein, es ist nicht die gute Stimmung und die Solidarität unter den Läufern, obwohl auch die wieder überragend war. Es ist vielmehr die lückenlose Dokumentation und die vielen Fotos. Da fühle mich sofort gut aufgehoben. Als ich damals während eines Marathons in Frankfurt mit dem iPhone fotografierte und Statusmeldungen über Facebook veröffentlichte, wurde ich dafür noch verwundert angeschaut. Auf den Trails scheint ein fototaugliches Device ebenso selbstverständlich zu sein wie ein Rucksack und Wasser. Natürlich wollte auch ich ein paar schöne Fotos machen und hatte meinen GoPro-China-Klon dabei. Und was soll ich sagen: Ich hab es völlig verkackt. Die Bilder, die ich machen wollte, sind nicht auf der Speicherkarte. Dafür viele imposante Aufnahmen meiner Füße, und kurze Videoclips, die wohl ein Foto werden sollten. Wie so ein verdammter Anfänger. Und wenn ich die Technik dann doch mal im Griff hatte, dann leider nicht mein Gesicht. Das nächste Mal nehme ich wieder meine kleine Nikon mit. Dann stimmt wenigstens die Technik.

Claudi kann Selfie. Ich habe immerhin ein cooles T-Shirt.

Aber zum Glück waren auch Menschen am Start, die mit einer „Actioncam“ deutlich besser umgehen können als ich. Unter anderem Jörn aka www.foxletics.de, den ich endlich mal real kennenlernen durfte. Und da wir längere Zeit gemeinsam liefen, habe ich die Ehre, mich auf einigen seiner Fotos wiederzufinden. Das wiederum finde ich ziemlich cool, weil ich kaum Laufbilder habe, die nicht auf der Straße aufgenommen wurden.

Bild: ©Foxletics, www.foxletics.de

Bild: © Foxletics, www.foxletics.de

Bild: © Foxletics, www.foxletics.de

Bild: © Foxletics, www.foxletics.de

Aber wie das bei Fotos nun mal so ist, macht man darauf nicht immer die beste Figur. Vor allem, wenn man gerade seinen fetten Arsch über einen Baumstamm gewuchtet hat und wieder losläuft. Aber, hey: Real Trailrunners have curves und ich muss mir nicht den Kopf zerbrechen, wie ich schneller werden kann, denn das Optimierungspotenzial ist ziemlich offensichtlich. Ansonsten bleibt mir immer noch eine Karriere als Vorher-Modell für Body-Transformations. Oder Photoshop.

Real Trailrunners have curves. Bild: © Foxletics, www.foxletics.de

Am Ende kamen wir nach gut drei Stunden, 27 Kilometern und ca. 800 Höhenmetern (die 1.200, die Strava errechnet, sind völlig übertrieben) wieder auf dem Sportgelände Berg an. Die verbrauchten Kalorien waren dank der erneut sensationellen Zielverpflegung von Denis Eltern in Rekordzeit kompensiert. Aber wenn ich mir das Bild oben angucke, hätte ich vielleicht doch nicht Doughnut, Berliner und Marmorkuchen essen sollen, sollen, sondern nur den Hefezopf. Ach, egal. In vier Wochen wird der Hintern über 43 Kilometer und 2.000 Höhenmeter gewuchtet – egal, wie breit er dann ist.

Titelbild: © Tom Gläser

Die April-Challenge

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Das früher Aufstehen, das ich mir im März als Aufgabe gestellt hatte, hat sich bewährt. So sehr, dass mein Wecker jetzt dauerhaft um 6 Uhr klingeln wird. Die Morgenstunden haben für mich einfach mehr Qualität als die Abendstunden. In der vergangenen Woche habe ich es sogar zwei Mal geschafft, die Zeit für einen morgendlichen Lauf zu nutzen! Meine erste trainingswoche für Zugspitz Supertrail werde ich noch separat dokumentieren.

Aber für April muss eine neue Challenge her. Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag 30 Minuten zu lesen. Klingt komisch, oder? Aber mittlerweile habe ich hier so viele ungelesene Bücher liegen, dass ich mich mal ein wenig disziplinieren muss. Es ist ja nicht so, dass ich nicht gerne lese, aber in den letzten Jahren habe ich Bücher fast immer als Hörbuch konsumiert und wenn ich lese, dann eher aktuelle Themen via Internet. Und nehme ich mir doch vor, abends vor dem Schlafen gehen noch ein paar Seiten zu lesen, schlafe ich nach 5 Minuten ein. Deswegen wird der April zum Lesemonat.

Auf dem Programm stehen folgende Titel (Dass alle auf englisch sind, ist übrigens Zufall):
• Running and Being von Dr. George Sheehan
• A Guide to Running Ultramarathons von Bryon Powell
• 438 Days von Jonathan Franklin

Wann ich mir die Zeit dafür nehmen will. Ganz einfach: In meiner frisch gewonnenen Morgenstunde. Bisher lese ich bei Kaffee und Müsli auf dem iPad Texte, die es mir über Nacht in die Timeline gespült hat. In Zukunft werden iPhone und iPad erst rausgeholt, wenn die halbe Lesestunde vorbei ist. Mal gucken, ob das klappt.

Dies ist keine Übung (mehr).

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Gut wie nie ins Jahr gestartet, dann ins Erkältungs- und Motivationsloch gefallen wie selten. So ungefähr lautet meine sportliche Kurzbilanz des ersten Quartals 2016. Die großen Ziele, die ich mir für dieses Jahr gesetzt habe, waren lange Zeit nur schemenhaft am gedanklichen Horizont zu erkennen. Aber mittlerweile sind sie zeitlich so nah gekommen, dass ich ziemlich genau erkennen kann, was da auf mich zukommt. Und klar ist: Ich muss mehr tun.

Der Zugspitz Supertrail findet in knapp 12 Wochen statt. Höchste Zeit also, strukturiert dafür zu trainieren. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Trailmarathon in Lichtenstein bereits am 7. Mai startet und es sehr vermessen wäre, den Ultra Trail Lamer Winkel Ende Mai als Trainingslauf zu bezeichnen. Deswegen habe ich zum ersten Mal seit Herbst 2014 wieder einen Trainingsplan, nach dem ich mich vorbereite. Ich habe mich dafür entschieden, den Plan von Bert aka Trailgrip einzusetzen, da er sich die Mühe gemacht hat, aus den Beck-Plänen eine 12-Wochen-Vorbereitung zu schnitzen. Dass er den Supertrail und im Jahr darauf den Ultratrail erfolgreich absolviert hat, ist sicherlich nicht das schlechteste Argument.

Heute bin ich die erste Einheit des Plans gelaufen, aber bereits am Samstag bin ich in einen hoffentlich kilometerreichen Frühling durchgestartet. Wie schon im letzten Jahr bin ich zur Eiersuche von Stuttgart in die tiefste schwäbische Pampa geradelt. Knapp 75 Kilometer im Wohlfühltempo in ca. 4h (inkl. Pausen). Es war wieder ein Vergnügen. Nachdem mir im letzten Jahr noch die Füße abgefroren sind, hatte ich diesmal vorgesorgt: Wärmepflaster und Überschuhe sorgten für wohlige Wärme während der kompletten Fahrt. Ursprünglich hatte ich geplant, die Rückfahrt am Sonntag ebenfalls auf dem Rad zu absolvieren. Aber dann wurde es zu spät, ich aß zu viel und überhaupt: Man soll es ja nicht übertreiben.

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Jedenfalls freue ich mich darauf, mal wieder nach einem Plan zu trainieren, da mir das in der Vergangenheit immer geholfen hat, die nötige Motivation zu finden. Deswegen werde ich die 60-minütige Einheit, die für Morgen angesagt ist, auch vor der Arbeit erledigen, denn am Abend geht es nicht. Da muss ich schon wieder Kuchen essen. Apropos: Das ist natürlich auch so eine Baustelle. Derzeit liege ich ca. 8 Kilo über dem Gewicht, mit dem ich im Herbst 2014 meine Marathonbestzeit gelaufen bin (und auch da weit davon entfernt, schlank zu sein). Ich bin nicht gewillt, die Pfunde über Tausende von Höhenmetern zu wuchten. Allerdings befürchte ich, dass dieses Ziel schwieriger zu erreichen ist als die Vorgaben des Trainingsplans. To be continued …

Einfach mal blau machen.

Die Early bird Challenge läuft auch nach 17 Tagen erfolgreich: Der Wecker klingelt täglich um 6 Uhr. An den beiden Wochenenden habe ich allerdings ausgeschlafen. Was auch daran liegt, dass ich am vergangenen Samstag nochmal von einem Schnupfen niedergestreckt wurde und 12 Stunden am Stück geschlafen habe. Erstaunlicherweise stehen mittlerweile auch meine Frau und die Kinder früher auf. Ob das an meiner Vorbildfunktion liegt oder einfach daran, dass es morgens immer heller wird?

Apropos heller: Mittlerweile kann ich auch abends nach der Arbeit noch die ersten Kilometer bei Tageslicht laufen. Aber die Kombination aus Männerschnupfen und einem vollen Schreibtisch hat das leider die letzten Tage verhindert. Immerhin hatte ich so die Gelegenheit, die blaue Stunde in der City fotografisch festzuhalten. Aber heute wird wieder gelaufen! Bis zum Hermannslauf sind es nur noch fünf Wochen.

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Neuer Monat, neue Challenge.

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Zack, ist er vorbei, der Februar. Trotz Schaltjahr-Add-on. Für mich war es ein fleischloser Monat. Nach dem Alkoholverzicht im Januar, bestand meine Challenge in vegetarischen 29 Tagen. Um ehrlich zu sein: Das war ziemlich einfach. Ich hatte mir schon gedacht, dass nicht der eigentliche Verzicht das Problem sein würde, sondern eher das Ändern von Essgewohnheiten, die ich seit Jahrzehnten pflege. Aber auch das war keine wirkliche Herausforderung. Und während ich mich Ende Januar schon auf ein Bier oder ein Glas Wein freute, so hält sich der Fleischhunger in engen Grenzen. Wo soll das noch hinführen?

Nachdem ich in den ersten beiden Monaten des Jahres auf etwas verzichtet habe, suchte ich für den März nach einer positiven Challenge, also einer Herausforderung, die nicht darin besteht, etwas nicht zu machen, sondern darin, etwas zu machen. Und erst gestern hatte ich den Geistesblitz: Früher Aufstehen.

Ich bin weder Early Bird noch Langschläfer. Jedenfalls nach meiner Definition. Ich stehe Montag bis Freitag in der Regel irgendwann zwischen 6:45 und 7:15 Uhr auf. Unsere Morgenroutine ist natürlich stark geprägt von Schule und Kindergarten, aber ich habe festgestellt, dass sich der Zeitpunkt, zu dem mein Wecker klingelt, in den letzten Monaten schleichend nach hinten verschoben hat. Positiv ausgedrückt: Ich habe meine Schlummer-Effizienz optimiert. Die Zeit morgens reicht immer noch, um die Kinder auf den Weg zu bringen und dafür zu sorgen, dass sie ein Frühstück dabei haben. Aber das war es dann auch. Mehr Zeit bleibt nicht.

Nun habe ich aber festgestellt, dass ich morgens einfach viel produktiver und kreativer bin als am Abend. Während meine Frau um 22 Uhr manchmal noch anfängt zu arbeiten (oder zu backen!), bin ich zu diesem Zeitpunkt mit dem Tag eigentlich schon durch. Dummerweise wäre aber genau dann die Gelegenheit, die Dinge zu erledigen, denen ich das Etikett „Mache ich heute Abend“ gegeben habe. Mache ich aber nicht. Ins Bett gehe ich aber auch nicht. Zwischen 22 und 23:30 Uhr mache ich also irgendwie: nix. Das ist im Grunde genommen auch nicht tragisch, aber ich möchte trotzdem versuchen, das zu ändern.

What’s the story morning glory?
Well
Need a little time to wake up, wake up

Und deswegen klingelt der Wecker im März um Punkt 6. Das ist für viele nach wie vor nicht wirklich früh, für mich aber schon eine Umstellung. Ich nehme also die unproduktive Stunde vom Abend und verwandle sie in eine produktive Stunde am Morgen. So zumindest der Plan. Der Auftakt heute Morgen war absolut „awesome“ wie wir iPhone-Benutzer sagen: Ich hatte das Bad für mich alleine. Ich konnte noch eine Podcast-Folge zu Ende hören, während ich das Frühstück der Kinder machte. Ich konnte die Spülmaschine nicht nur anschalten, sondern eine gute Stunde später sogar noch ausräumen. Ich konnte den „Läusekontrollzettel“ für die Schule ausdrucken, was ich gestern Abend zwischen 22 Uhr und 22:30 irgendwie nicht mehr geschafft hatte. Ich habe noch zwei Fotos für einen Blogbeitrag gemacht und bearbeitet. Ich habe den Müll runtergebracht und eine Maschine Wäsche angestellt. Und das Beste: Ich hatte wahnsinnig gute Laune und jede Menge Zeit, meine Frau und die Kinder zu nerven, indem ich sie Langschläfer nannte.

Der einzige Nachteil: Meine Frau hat ebenfalls festgestellt, dass ich morgens viel produktiver bin und droht jetzt mit morgendlichen To-do-Listen.

Natürlich könnte ich die Stunde auch nutzen, um zu laufen. Aber dann hätte ich genau den zeitlichen Luxus nicht mehr, den ich heute morgen so genossen habe. Aber vielleicht muss ich einfach noch früher aufstehen.

I’m alive
For you I’m awake