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Neuer Monat, neue Challenge.

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Zack, ist er vorbei, der Februar. Trotz Schaltjahr-Add-on. Für mich war es ein fleischloser Monat. Nach dem Alkoholverzicht im Januar, bestand meine Challenge in vegetarischen 29 Tagen. Um ehrlich zu sein: Das war ziemlich einfach. Ich hatte mir schon gedacht, dass nicht der eigentliche Verzicht das Problem sein würde, sondern eher das Ändern von Essgewohnheiten, die ich seit Jahrzehnten pflege. Aber auch das war keine wirkliche Herausforderung. Und während ich mich Ende Januar schon auf ein Bier oder ein Glas Wein freute, so hält sich der Fleischhunger in engen Grenzen. Wo soll das noch hinführen?

Nachdem ich in den ersten beiden Monaten des Jahres auf etwas verzichtet habe, suchte ich für den März nach einer positiven Challenge, also einer Herausforderung, die nicht darin besteht, etwas nicht zu machen, sondern darin, etwas zu machen. Und erst gestern hatte ich den Geistesblitz: Früher Aufstehen.

Ich bin weder Early Bird noch Langschläfer. Jedenfalls nach meiner Definition. Ich stehe Montag bis Freitag in der Regel irgendwann zwischen 6:45 und 7:15 Uhr auf. Unsere Morgenroutine ist natürlich stark geprägt von Schule und Kindergarten, aber ich habe festgestellt, dass sich der Zeitpunkt, zu dem mein Wecker klingelt, in den letzten Monaten schleichend nach hinten verschoben hat. Positiv ausgedrückt: Ich habe meine Schlummer-Effizienz optimiert. Die Zeit morgens reicht immer noch, um die Kinder auf den Weg zu bringen und dafür zu sorgen, dass sie ein Frühstück dabei haben. Aber das war es dann auch. Mehr Zeit bleibt nicht.

Nun habe ich aber festgestellt, dass ich morgens einfach viel produktiver und kreativer bin als am Abend. Während meine Frau um 22 Uhr manchmal noch anfängt zu arbeiten (oder zu backen!), bin ich zu diesem Zeitpunkt mit dem Tag eigentlich schon durch. Dummerweise wäre aber genau dann die Gelegenheit, die Dinge zu erledigen, denen ich das Etikett „Mache ich heute Abend“ gegeben habe. Mache ich aber nicht. Ins Bett gehe ich aber auch nicht. Zwischen 22 und 23:30 Uhr mache ich also irgendwie: nix. Das ist im Grunde genommen auch nicht tragisch, aber ich möchte trotzdem versuchen, das zu ändern.

What’s the story morning glory?
Well
Need a little time to wake up, wake up

Und deswegen klingelt der Wecker im März um Punkt 6. Das ist für viele nach wie vor nicht wirklich früh, für mich aber schon eine Umstellung. Ich nehme also die unproduktive Stunde vom Abend und verwandle sie in eine produktive Stunde am Morgen. So zumindest der Plan. Der Auftakt heute Morgen war absolut „awesome“ wie wir iPhone-Benutzer sagen: Ich hatte das Bad für mich alleine. Ich konnte noch eine Podcast-Folge zu Ende hören, während ich das Frühstück der Kinder machte. Ich konnte die Spülmaschine nicht nur anschalten, sondern eine gute Stunde später sogar noch ausräumen. Ich konnte den „Läusekontrollzettel“ für die Schule ausdrucken, was ich gestern Abend zwischen 22 Uhr und 22:30 irgendwie nicht mehr geschafft hatte. Ich habe noch zwei Fotos für einen Blogbeitrag gemacht und bearbeitet. Ich habe den Müll runtergebracht und eine Maschine Wäsche angestellt. Und das Beste: Ich hatte wahnsinnig gute Laune und jede Menge Zeit, meine Frau und die Kinder zu nerven, indem ich sie Langschläfer nannte.

Der einzige Nachteil: Meine Frau hat ebenfalls festgestellt, dass ich morgens viel produktiver bin und droht jetzt mit morgendlichen To-do-Listen.

Natürlich könnte ich die Stunde auch nutzen, um zu laufen. Aber dann hätte ich genau den zeitlichen Luxus nicht mehr, den ich heute morgen so genossen habe. Aber vielleicht muss ich einfach noch früher aufstehen.

I’m alive
For you I’m awake

  1. Bin gespannt auf das Resümee am Ende des Monats 😉

  2. 6:45-7:15 bei Schule und Kindergarten?
    Seit unser Kurzer in der Schule ist, stehe ich um 05:55 auf damit bis 7:10 (Abmarsch Schule) bzw 7:45 (Abmarsch Krippe) der Frühstücksdirektor (also ich) alles hinbekommt… 😮
    Noch früher geht nicht mehr 🙁

    • Sebastian

      Unsere Tochter muss um 7:25 bzw. 8:15 los. Wenn sie zur ersten Stunde in der Schule sein muss, erledige ich meine morgendlichen Aufgaben im Schlafanzug und mache mich fertig, wenn sie weg ist. 😉 Ich habe den Vorteil, dass ich erst um 9 Uhr im Büro sein muss und nur 15 Minuten benötige, wenn ich mit dem Bus fahre. Ich bevorzuge allerdings die 35 Minuten Fußweg.

  3. Das find ich eine ganz tolle Gewohnheitsumstellung. Ich stehe seit Jahren früher auf. Meine Kollegen im Büro glauben das zwar nicht (denn ich komme oft als letzter), aber genau dort liegt der Trick.

    Ich stehe inzwischen um 5:30 Uhr auf und nehme mir Morgens auch wirklich Zeit. Das Familienfrühstück ist Pflicht und ich hab noch Zeit Kleinigkeiten zu erledigen.

    Der besondere Trick ist aber (und der ist mir seitdem ich nicht mehr regelmässig laufe abhanden gekommen), dass auch am WE durchzuziehen. Unter der Woche gewinne ich so 30 Minuten lockere Zeit … die ich mal mehr oder weniger sinnvoll nutze.
    Am Wochenende sind das aber teilweise 2-3h die ich im Bett verbracht hätte, mir aber nie wirklich fehlen.

    Mein Vorteil ist nur, ich komme mit 6-7h Schlaf gut zurecht (und damit auch deutlich weniger als der Rest der Familie) – das ist ein wahrer Zeit-Geldspeicher 🙂 … mit to-do Listen muss ich aber zum Glück nicht kämpfen 😉

    • Sebastian

      Über die Wochenenden habe ich auch schon nachgedacht. Mal sehen, ob ich mir einen Langschlaftag nehme, oder es konsequent durchziehe. Mein großer Vorteil: Ich habe kein Problem damit, abends früh ins Bett zu gehen. 😉 Denn sieben Stunden Schlaf sollten es am Ende schon sein.

  4. Eine gute Challenge. Da ich morgens zwar auch um 6 Uhr aufstehe aber um 8 im Büro sein muss und mit 35 Minuten nicht hinkomme, habe ich mich auf den Abend konzentriert.
    Ich habe mir vorgenommen, sofort wenn ich abends heimkomme irgendwas zu erledigen. Etwas im Haushalt oder Ablage oder ne mail an jemand, den ich schon lange mal wieder kontaktieren wollte. Dinge also, die ich gerne auf die lange Bank schiebe. Habs Ende Februar schonmal angeteasert und es fühlt sich gut an 🙂

    • Sebastian

      Das klingt auch sinnvoll. Ich bin ja erstmal fremdbestimmt, wenn ich zuhause ankomme. Und wenn die Kids im Bett sind, bin ich auch müde. 😉 Deswegen muss ich mir die Zeit am Morgen holen.

  5. Oha….fremdinduzierte To-Do Listen kenne ich auch….

    Lustigerweise habe ich es bisher im März ebenfalls geschafft morgens früher aufzustehen als ich müsste um schon mal für die #squatnseat Challenge vorzulegen. Mir reicht es dafür aber aktuell wenn mein Wecker um 6:20 klingelt 🙂

  6. Früh aufstehen fällt mir nur in der dunklen Jahreszeit schwer. Nun, wo es immer früher hell wird, werde ich auch immer früher wach. Ich bin wie eine kleine Solarzelle 😀

    Aber ich erledige mein Zeug auch lieber frühs/vormittags. Dann kann man ohne schlechtes Gewissen Siesta halten (oderso).
    Ich hab außerdem den Luxus: Ich lebe alleine!

    Ich bin gespannt was bei dir rum kommt 🙂

    • Sebastian

      Stimmt: Wenn es draußen hell ist und die Vögel zwitschern, fällt das Aufstehen nicht allzu schwer. Nachdem der März ja auch schon wieder zur Hälfte rum ist, kann ich mit gutem Gewissen sagen: Der Wecker hat an jedem Werktag um 6:00 geklingelt und ich bin prompt aufgestanden. Auch, wenn es am Abend zuvor mal später wurde. Ich denke, ich werde das auch nach der Challenge weiterführen.

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