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Reden wir über … Füße

Meine Schwiegermutter ist Apothekerin. Und dementsprechend wurden kleinere Verletzungen und Wehwechen ihrer Töchter stets fachmännisch und garantiert mit der richtigen Salbe und akkurat zugeschnittenen Pflastern behandelt. Ich hingegen komme vom Land, habe jahrelang auf Ascheplätzen gekickt und das Credo meines Vaters geerbt: „Da muss Luft an die Wunde“.

Als ich das Buch Ultramarathon Man von Dean Karnazes las, war ich vor allem fasziniert von der Passage, in der er schildert, wie man z.B. bei den Western States 100 mit den unvermeidlichen Blasen umgeht: Aufstechen und mit Sekundenkleber wieder zukleben. Ihr könnt Euch wahrscheinlich die verständnislosen Blicke meiner Schwiegermutter und meiner Frau vorstellen, als ich dies mal bei mehr oder weniger passender Gelegenheit zur Sprache brachte.

Aber auch ohne zugeklebte Blasen oder fehlende Zehennägel werden die meisten Läufer wohl keine Zweitkarriere als Fußmodell einschlagen, es sei denn, es ist für einen weiteren Hobbitfilm. Denn unsere Füße sollen uns tragen. Möglichst weit und möglichst schnell. Gutes Aussehen ist dabei nebensächlich. Klar, jeder weiß, dass man die Nägel einigermaßen kurz halten sollte, um keine Probleme in den Laufschuhen zu bekommen. Aber das war es dann auch schon mit der Fußpflege – bei mir jedefalls. Wenn nichts schmerzt, muss schließlich alles in Ordnung sein. Dachte ich jedenfalls.

Bis ich eines morgens mal barfuß vor dem Waschbecken stand und ziemliche Schmerzen in der Ferse hatte. Als ich den Fuß anhob, blieb ein kleiner blutiger Abdruck auf den Fliesen zurück. Eine nähere Inspektion zeigte, dass sich durch meine Fersen mehrere Hornhaut-Canyons schlängeln, einer davon so tief, dass es sich eher um den Marianengraben als um den Grand Canyon handeln muss. Die Diagnose der konsultierten Apothekers-Tochter: Schrunden.

Unter Schrunden, in der Fachsprache auch Rhagaden genannt, versteht man unterschiedlich große Einrisse der Haut, die auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sind. Die Risse zeigen sich spaltförmig und schmal und können alle Schichten der Oberhaut betreffen.

Bilder erspare ich Euch an dieser Stelle, aber die Füße aus einer Schrunden-Google-Bilder-Suche sehen meinen nicht unähnlich. Eine Therapie ist einfach: Salbe, Salbe und noch mehr Salbe. Das Problem: Sobald die akuten Beschwerden weg waren, war auch meine Motivation weg, die Schrunden weiter zu behandeln. Denn wir wissen ja: wenn nichts schmerzt, muss schließlich alles in Ordnung sein. Bis es dann ein paar Wochen später wieder weh tat.

Erstaunlicherweise verursachen die Schrunden auch in diesen Phasen beim Laufen keine Schmerzen. Na gut, keine großen Schmerzen. Jedenfalls war der Leidensdruck bisher nicht groß genug, um etwas zu unternehmen. Dennoch bin ich kurz davor, extreme Maßnahmen zu ergreifen: Ich denke, ich werde einen Termin in einer Fußpflegepraxis vereinbaren! Zufälligerweise ist direkt in unserer Straße eine, deren Chef ich öfters rauchend auf der Straße sehe. Ich denke, das wäre genau der richtige für mich. Der kann sich dann auch gleich um die Hühneraugen auf meinen Zehen kümmern.

Wer starke Nerven und einen guten Magen hat, findet hier ein kleines Potpourri gut gebrauchter Läuferfüße. Dagegen sind meine makellos.
(Der Link ist korrekt, aber runnersworld.com anscheinend gerade nicht erreichbar.)

 

Bild und Füße oben: Leider nicht von mir, sondern von iStockphoto.

  1. Läuferproblem, Männerproblem 😉 … Vorsorge ist ja immer so ein Ding. Mir geht es ähnlich, auf die Füße gucke ich erst wenn es weht tut – dabei geht es ohne die Quanten gar nicht. Eigentlich ganz schön doof.

  2. Ich nehme meisten diese Creme hier: https://www.dm.de/de_homepage/balea_home/balea_produkte/balea_produkte_fusspflege/balea_produkte_fusspflege_spezialpflege/8140/balea-hirschtalg-fusscreme.html -finde ich super! Riecht etwas nach Altenheim, aber kann man verschmerzen. Ich nutze die meist nach dem Baden, creme die Füße dick ein und ziehe Socken drüber. Seither keine Probleme mehr mit trockenen oder spröden Hautstellen.

    • Sebastian

      Danke für den Tipp. Das werde ich mal testen. Vielleicht sollte ich hier einen Beauty-Blog draus machen. 😉

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