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Wo er ist, ist oben.

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Mich würde interessieren, welchen Stellenwert die Fernsehtürme in anderen Städten haben. Was sagen die Berliner zu ihrem Turm am Alexanderplatz? Welches Verhältnis haben die Nürnberger zu ihrem Fernsehturm? Hier in Stuttgart pflegt man; nein: pflegen wir ein sehr inniges Verhältnis zu unserem Fernsehturm oben auf der Waldau. Nicht nur, weil er damals im Jahr 1956 der erste seiner Art war, sondern vor allem deswegen, weil er allgegenwärtig ist. Egal, ob man in der City ist, in Stuttgart-Ost, Süd oder West: Das architektonische Wunderwerk von Fritz Leonhardt ist stets gut sichtbar. Und kommt man über die A81 oder die A8 Richtung Stuttgart, dann signalisiert einem der 216 Meter hohe Turm schon von weitem, dass man bald wieder daheim ist. Um es kurz zu machen: Wir Stuttgarter lieben unseren Fernsehturm. Umso größer war der Schock, als er am 28. März 2013 aus Brandschutzgründen kurzerhand für den Publikumsverkehr gesperrt wurde.

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Kein Blick vom, sondern auf den Turm. Habe ich 2014 während eines Zeppelinflugs gemacht. Und ja: Zeppeline fahren nicht, sie fliegen!

Ich muss gestehen, dass ich vorher nur ein einziges Mal oben war, um den Blick über Stuttgart und die Fildern zu genießen. Dennoch bin ich wie wohl jeder in der Stadt froh, dass der Turm nach knapp drei Jahren Brandschutz-Optimierung seit Ende Januar 2016 wieder für den Publikumsverkehr freigegeben ist. Und heute haben wir es auch tatsächlich geschafft, nach 10 Minuten Auto- und 30 Sekunden Liftfahrt auf der 150 Meter hohen Aussichtsplattform anzukommen. Nachdem gestern bei herrlichstem Sonnenschein die Wartezeit am Lift bei 60 bis 90 Minuten lag, war heute morgen wenig los. Kein Wunder: Es war bewölkt und vor allem: kalt! Wenn am Fuße des Fernsehturms die Temperatur nur 1°C beträgt, kann man schon ahnen, wie es 150 Meter höher ist. Nämlich windig und scheißkalt.

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Blick auf die City.

Andererseits kann man für den grandiosen Rundumblick auch schon mal das eine oder andere Fingerglied eintauschen. Aber da wir ein Kind im Schlepptau hatten, das nicht das unsere ist, beließen wir es bei einer Viertelstunde bevor wir mit roten Nasen und tränenden Augen wieder runterfuhren.

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Blick auf den Osten. Den Funkturm sehen wir vom Balkon aus.

Das nächste Mal dann bei angenehmeren Temperaturen und besserer Sicht. Seit der Wiedereröffnung kostet die Jahreskarte nur noch 25 Euro und man kann bis 23 Uhr oben bleiben. Ein Sonnenuntergang-Timelapse von da oben hätte ja was. Außerdem möchte ich auch mal so ein Bild mit Turm-Schatten machen. Und der neue Store am Fuße des Turms ist wirklich schön geworden (wenn ich je 9,95 Euro für eine Tasse ausgebe, dann dort!) und das Café „Leonhardt’s“ zeigt nicht nur Fußball, sondern wird auch noch von einem Bekannten betrieben.

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Unten rechts im Anschnitt: Das Stadion der Stuttgarter Kickers.

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